Krautreporter – sich besser informieren

Der Buddhismus sagt, dass Leben Leiden ist. Wenn man sich derzeit in der Welt umsieht, bekommt man mehr als genug Anlass, diese Aussage zu unterstützen, auch wenn man gern das Gegenteil beweisen möchte.

Zeiten wie diese sind in vielerlei Hinsicht schwierig. Nicht nur sind es die Ereignisse selbst und die Frage, wie schön ist die Welt eigentlich noch, in der ich lebe. Oder die Angst um die eigene konkrete Zukunft, meinen Job, meine Altersvorsorge, mein gesundes Essen. Und es geht auch nicht nur darum, dass man mehr und mehr das Gefühl hat, gegenüber den wirklichen Machthabern ohnmächtig zu sein.

Das alles ist schlimm genug und erfordert genügend Kraft, will man nicht rechtsradikalen Parolen und ihren schlichten Antworten verfallen.

Was aber zu allem noch hinzukommt, ist die Frage danach, wie man sich informiert. Ob man sich überhaupt noch informiert. Als ich mich – seit 2003 Fernseh-Verweigerin – in den letzten Wochen aus Anlass der Attentate in Brüssel verstärkt der »Informationsgewinnung« gewidmet habe und zwar nicht das TV, aber doch das Internet durchforschte, wurde ich wieder überwältigt von der Masse an aufpeitschenden Nachrichten, die alle danach schrien, gelesen zu werden.

Ich wollte sie aber gar nicht alle lesen. Und ich will auch nicht alles sehen, was dort zu finden ist. Selbst mit entsprechenden Blockern bleibt leider immer noch viel zu viel übrig.

Aber was ist die Alternative? Sich ganz raushalten? Die Türen, Augen und Ohren verschließen? Nicht nur kann das persönlich ungesund werden, es könnte auch dazu führen, dass man eines Tages dasteht und sich sagen muss: du bist nicht besser als diejenigen, die im Dritten Reich weggeguckt haben. Als all die anderen, die überall auf der Welt weggucken.

Ich kann diesen Weg nicht gehen – obwohl ich oft genug Lust dazu hätte, mich auf eine Insel zurückzuziehen und die Welt sich ganz sich selbst zu überlassen. Aber als ehemalige Geschichtsstudentin fällt es mir schwer, es passt nicht zu mir.

Auf der Suche nach einer Alternative, die beide Wünsche miteinander verbindet – nicht überflutet zu werden, aber auch keinen hohen Staudamm um mich herum zu errichten -, bin ich fündig geworden.

»Krautreporter« ist ein Zusammenschluss von jungen ReporterInnen und JournalistInnen, die sich einer neuen Art von Berichterstattung verschrieben haben: frei, unabhängig, ohne Werbung.

Die Artikel sind gut zu lesen, sie sind nicht schreierisch, sondern informativ. Und auf der Homepage gibt es sie auch umsonst. Um aber die Arbeit zu unterstützen – und regelmäßig automatisch »beliefert« zu werden -, kann man die inzwischen als Genossenschaft angemeldeten Krautreporter mit 5 Euro monatlich unterstützen.

Ich finde, man kann sein Geld bei weitem schlechter investieren.

Die Suche nach alternativen Informationsmöglichkeiten wird fortgesetzt.

Ein Gedanke zu “Krautreporter – sich besser informieren

  1. Da kann ich dir nur beipflichten!
    Es ist eigentlich völlig egal, über welche Medien man Nachrichten abruft: Bei der ganzen Informationsflut, die dabei über einen hereinbricht, muss man aufpassen, dass man nicht darin versinkt. Es ist schwer, dabei die Übersicht zu behalten und die „Spreu vom Weizen“ zu trennen.
    Deshalb werde ich mir deine Empfehlung „Krautreporter“ mal anschauen – schon der Name macht mich neugierig…

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