Zum Geburtstag von Janny Wurts

Dass man selbst älter wird, merkt man unter anderem daran, dass die Helden der eigenen Kindheit und Jugend älter werden. Oder die Autoren, die man einmal in jüngeren Jahren übersetzt hat.

Gestern feierte wieder eine Autorin einen runden – sechzigsten – Geburtstag. Diesmal ist es Janny Wurts, die zusammen mit Raymond Feist die Kelewan-Saga geschrieben hat. Die Kelewan-Saga war eine meiner ersten Übersetzungen, nach einem Band der Shannara-Saga auf jeden Fall der erste eigene Fantasy-Zyklus.

31ATQQWXWQL._Nicht nur deshalb habe ich die Arbeit daran und die Geschichte selbst noch so gut in Erinnerung. Die Kelewan-Saga ist einfach gut, sie hat eine starke Frau als point of view character, die wirklich denken kann, sie hat interessante andere Wesen (die Cho-ja), sie hat wunderbare Dialoge und zugleich eine schöne Liebesgeschichte. Durch die Augen von Mara von den Acoma entfaltet sich eine herrlich fremdartige Welt, in der andere Gesetze herrschen, verstandesorientiertere, reguliertere, aber dieses Spiel des Rates, die politischen Grundbedingungen und die Lebensweise der Menschen von Kelewan haben ihren eigenen Reiz.

Und natürlich nicht zuletzt der Zusammenprall der Kultur von Kelewan mit der von Midkemia, einer anderen Welt, die sich jenseits  des Spalts befindet. Diese andere Welt Midkemia hat Raymond Feist in der Midkemia-Saga in mehreren Bänden ausgestaltet, ehe er sich mit Janny Wurts gemeinsam an eine Geschichte über die – von Midkemias Seite her gesehen – anderen Seite machte. Weiterlesen