BGH: zahlen müssen für lieblosen Vater

Einen Tag lang war es überall in der Presse zu lesen: das BGH-Urteil vom 12.2.2014 zu der Frage, ob ein Sohn für die Pflegekosten seines Vaters aufkommen muss, der schon vor Jahrzehnten den Kontakt mit ihm abgebrochen und ihn dann auch noch enterbt hat. Ja, er muss, entschied der BGH, denn die »’Aufkündigung des familiären Bandes‘ gegenüber erwachsenen Kindern ist noch keine ’schwere Verfehlung’«, wie die Entscheidung unter anderem begründet wurde.

Hier spricht sich ein derart eklatanter Mangel an Verständnis für die gravierenden Folgen aus,  die die Ablehnung durch den Vater oder die Mutter für ein Kind bedeutet, dass es mir erst einmal die Sprache verschlagen hat. Anscheinend waren hier Richter am Werk, die keinerlei Ahnung von Psychologie haben, wenn sie ernsthaft meinen, dass ein Vater seine Pflicht getan hat, wenn er bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs für seinen Sohn da war, und  dann mit ihm nicht das Geringste mehr zu tun haben will. Weiterlesen